Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns!

postmaster@profitexter.net

Beatrice Fischer-Stracke: O’zapft is … oder wie das Münchner Oktoberfest zeigt, wie richtiges Branding aussieht

14 Oktober 2014

Kommentare

0
 Oktober 14, 2014
 0
Kategorie Werbetexter
Löwe - Figur eines Fahrgeschaeftes beim Muenchner Oktoberfest

© by B. Fischer-Stracke

Netzwerken auf Boarisch

Sie kommen aus Übersee, Nord- und Südamerika, Kanada, dem gesamten asiatischen Raum, Russland und und und – und das Jahr für Jahr. Am zweiten Wochenende werden zehntausende von Italienern zum „Festa d’ottobre“ erwartet. Sogar aus den Emiraten reisen sie heran, da fragt man sich doch, wozu??? Aber auf der Wies’n gilt halt das Reinheitsgebot. Und es wird auch fleißig geflirtet, Freundschaften geschlossen und wieder gebrochen und so manches Busserl endet auf dem Hang hinter der Wies’n.

Sie stehen auf den Tischen, tanzen, johlen, schreien und saufen, was das Zeug hält und freuen sich des Lebens. Oans, zwoa, gsuffa heißt es dann wieder. Ja, Bier ist, wie Sport oder Musik, eine Sprache, die jeder versteht. Nur dass man häufig nach reichlichem Genuss des Gerstensaftes so manchen nicht mehr gut versteht. Und da klappen schon mal die Beine weg, der Magen verabschiedet sich und der Geist gibt auch nur noch selten gescheite Äußerungen von sich. Deswegen ist es auch nicht mehr so wichtig, was man sagt, Hauptsache, es ist laut.

Doch das Münchner Oktoberfest oder die Wies’n steht nicht nur für Besäufnisse, es geht auch recht gemütlich zu, je nachdem, wann und wo man sich dort aufhält.

Hier treffen sich Freunde, Verwandte oder Geschäftspartner. Prominente und solche, die sich dafür halten, „müssen“ sich sehen lassen, ansonsten wäre das schon eine Unterlassungssünde und sogar der Klerus winkt mit dem Rosenkranz. Für Buße ist hinterher immer noch genügend Zeit.

Firmen haben für die Mitarbeiter einen oder mehrere Tische parat. Wenn man bedenkt, dass ein reservierter Platz für eine Person zwischen 30 und 85 Euro (je nach Zelt) liegt, eine Maß Bier um die 10 Euro kostet und auch die Feststoffnahrung gut über 10 Euro liegt, kann man sich vorstellen, wie viel Geld über die Tresen wandert. Manche sparen lange drauf hin, um wenigstens einmal im Leben zum größten Volksfest der Welt nach München zu fliegen.

Fakten und Zahlen, von denen Unternehmen oftmals nur träumen

In 2014 wurden 6,5 Millionen Maß (für Nichtbayern = ein Liter) ausgeschenkt, etwa genauso viel, wie Gäste zu verzeichnen waren, nämlich 6,3 Millionen. Im Vergleich zu 2013 bedeutet dies sogar einen leichten Rückgang.

Und jetzt bringen Sie mir ein Beispiel von einer Firma oder Institution, die das in 14 Tagen schafft. Ja – der Ruf der Wies’n ist weltweit einzigartig. Es ist z. B. kaum möglich, für ein folgendes Jahr noch Tische reservieren zu lassen.

Weitere Superlativen (die nicht allzu ernst genommen werden sollten):
• Während und nach der Wies’n ist ganz München rekordverdächtig verschnupft und heiser.
• Die Internetseite www.oktoberfest.de erlebte im letzten Jahr 4,4 Mill. Besucher und 21 Millionen Seitenaufrufe.

Dazu kommt, dass es weltweit Nachahmungen gibt, in USA sowieso, aber auch überall in Europa, sogar in China gibt es ein Oktoberfest mit bayerischem und chinesischem Bier. Wäre das Oktoberfest eine Firma, könnte man schon fast von einem Franchising-System sprechen.

Da stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist der Grund, warum hier freiwillig und ganz ohne Zwang so viel Geld ausgegeben wird, um ein paar Stunden in feuchtfröhlicher Runde zu verbringen?

Oder anders gefragt:

Was können wir von so einem Branding, wie es das Oktoberfest inzwischen genießt, für unser Business lernen?

Welchen Nutzen ziehen wir Verkaufs- und Werbetexter daraus für unsere Auftraggeber?

Schauen wir uns mal an, was das Oktoberfest weltweit so einzigartig und begehrenswert gemacht hat.

Nun, da wären

• in erster Linie die Anzahl an erstklassigen Brauereien, die nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahr 1487 brauen;
• extra gebrautes Starkbier nur für die Wies’n-Zeit. Es wird im März gebraut (deshalb heißt es auch Märzen) und bis zum Herbst eingelagert. Offiziell nennt man es dann Oktoberfestbier;

• die Brauereizelte, sie sind einzigartig in Ausstattung und Größe;
• die Ochsen- und Hühnerbratereien sowie bayerische Spezialitäten wie Schweinsbraten mit Knödel etc.;
• die zunehmenden Angebote an vegetarischem und veganischem Essen – die Anbieter gehen mit dem Trend;
• die unglaubliche Vielfalt an Fahrgeschäften mit dem Tenor: noch höher – noch schneller – noch gefährlicher;
• Traditionspflege und langfristiges Marketing, wie man es auch bei älteren Ständen z. B. Krinoline und „Auf gehts beim Schichtl“ oder Fahrgeschäften wie dem Toboggan erleben kann;
• die vielen Geschichten, die erzählt werden. Z. B. wie viel Maß einer in einer Stunde geschafft hat oder dass er dort die Liebe seines Lebens kennenlernte etc.

Es gäbe noch viele Punkte, die die Einzigartigkeit dieses Volksfestes hervorheben, doch fassen wir mal zusammen. Ein Produkt oder eine Dienstleistung sollte bestimmte Merkmale besitzen, damit es im Leser den unwiderstehlichen Kaufwunsch auslöst. Die Aufgabe eines Verkaufstexters ist es, diese herausstechenden Eigenschaften zu Papier zu bringen.

Was Profi-Verkaufstexter für Ihr Unternehmen tun

Fünf Punkte, die das Angebot unwiderstehlich erscheinen lassen.

  1. Es löst heftige positive Emotionen, wie z. B. das „will-unbedingt-haben-Syndrom“ aus.
  2. Es besticht durch Einzigartigkeit.
  3. Es trifft den Zeitgeschmack, aber vermittelt andererseits auch Vertrauen, Werte, Bodenständigkeit und ggf. auch Durchhaltevermögen und Traditionsbewusstsein.
  4. Es gibt die unglaublichsten Geschichten darüber, wie es anderen geholfen hat oder was User damit erlebt haben. Das nennt man Storytelling.
  5. Es erfüllt den zukünftigen Besitzer in seinen Visionen mit Stolz und Zufriedenheit. Er würde jeden Preis dafür zahlen.

Damit erreichen Sie ein hervorragendes Branding für ein bestimmtes Angebot oder für ein Unternehmen. Nicht erwähnen muss man, dass das Angebot auch halten sollte, was es verspricht.

Obwohl das Oktoberfest viele Nachahmer weltweit gefunden hat, weiß man doch, dass es letztlich nur ein wahres gibt, nämlich das Münchner Oktoberfest. Interessant dabei ist, dass für diese gigantische Maschinerie, die hier Jahr für Jahr ins Rollen kommt, lächerliche 38.000 Euro an Werbung und PR ausgegeben wird (Info von 2009). Ein sogenannter Selbstläufer. Und welcher Unternehmer möchte das nicht von seinem Produkt sagen können?

Wir Profitexter wissen, worauf es bei einem Verkaufstext, der verkaufen soll, ankommt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf × fünf =